14. Juni 1919, Lesters Field, Neufundland.
John Alcock und Arthur Whitten-Brown starten mit ihrer stachelig wirkenden Vickers Vimy zum ersten Transatlantik-Flug nach London. Die Entfernung ist nicht zu vergleichen mit dem Flug von Charles Lindbergh 8 Jahre später, doch das wackelige Equipment macht diesen Flug zu einer unvorstellbaren Herausforderung. Der zweimotorige Doppeldecker muss während des Fluges durch dichte Wolken gesteuert werden. Und zwar ohne künstlichen Horizont! Der Copilot stieg immer wieder aus dem Cockpit aus und kletterte über die Traglächen, um Eis von den Motoren zu schlagen. 2 Mal geriet der ehemalige Bomber nach einem Stall ins Trudeln und John Alcock konnte das Flugzeug beide Male erst kurz vor dem Wasser wieder abfangen, ein Mal aus Versehen über Kopf. Die 197 Briefe, die sie an Bord nach London transportierten, gehörten seinerzeit wohl zur schnellsten Post überhaupt. Gelandet sind die beiden mutigen Briten allerdings nicht direkt in London: nach 16 Stunden Flug landete John Alcock das Flugzeug in einem Moor bei Clifden, Irland. Das Flugzeug ging bei der Landung zu Bruch, Piloten und Post erreichten London jedoch unversehrt.

Spirit of St. Louis
Die Spirit of St. Louis vor dem Abflug

21. Mai 1927, Lambert Field, New York
8 Jahre später nahm Lindbergh bei seinem Transatlantik-Flug keine Post mit. Für die wesentlich längere Route von New York nach Paris wollte er jedes Gramm sparen. Stattdessen nahm er soviel Treibstoff wie möglich mit an Bord. Er kommt mit einer Reserve von 320 Litern Kraftstoff an, die noch für weitere 900 NM gereicht hätten.

Diese und andere Männer und Frauen haben sich und der Menschheit einen Traum erfüllt. Fliegen zu können ist ein ganz besonderes Privileg. Der Weg zur heutigen Fliegerei wurde begleitet von Fehlschlägen, Tragödien und Unfällen, aber auch von Triumphen. Vor seinem “großen Flug” 1927 war Charles Lindbergh Postflieger. Er musste 4 Mal seinen Arbeitsplatz in der Luft vor der Landung verlassen. Mal verhinderte ein technischer Defekt eine Landung, mal ging während der Versuche einen Flugplatz zu finden der Kraftstoff aus. Und doch ließ er sich nicht beirren seinen Traum zu verfolgen. Von Lilienthal bis Neil Armstrong kämpfte jeder gegen seine Grenzen der Fliegerei an. Und jeder steuerte in seiner Zeit seinen Teil zur Entwicklung der Fliegerei bei.